16. Evelyn

Man kann seiner eigenen Schwester den Tod wünschen und gleichzeitig vor Sorge fast umkommen. Vor einiger Zeit hat Amy was Ähnliches zu mir gesagt und ich habe geantwortet, dass das nie im Leben so sein könnte. Solche Extreme im gleichen Augenblick zu verspüren, wäre nicht möglich. Doch nun, während ich mitten auf dem alten Lieblingsspielplatz von Amy und mir stehe, um halb Zwölf abends, an einem Montag, weiß ich genau, was sie meinte. Wenn sie jetzt vor mir stünde, wüsste ich nicht, ob ich ihr erst den Kopf abreißen oder sie in meine Arme ziehen würde. Vielleicht wäre es eine seltsame Mischung aus beidem.

Erschöpft lasse ich mich auf der Schaukel nieder und starre die leere Rutsche mir gegenüber an. Eine kalte Brise fährt durch die Luft, nimmt meine zerzausten Haare mit und wirbelt mir eine Strähne ins Gesicht. Rastlos ziehe ich sie mir aus dem Gesicht und gebe ein Schnauben von mir.

Der Tag ist beschissen. Zoe ist sauer auf mich, ich musste alles Gran und Mum beichten und zu guter Letzt ist meine kleine Schwester abgehauen. Die Tatsache, dass ich morgen bei dem Training sein muss, verdränge ich halbwegs und doch spüre ich die Furcht in den Knochen, sobald der Gedanke aufflackert.

Im Grunde könnte es nicht viel schlimmer sein.

Meine Finger umklammern die Metallkette der Schaukel, während ich auf die leere Straße schaue. Der Nachthimmel über mir ist klar und das schwache Licht des Mondes mischt sich mit dem der Straßenlaternen. Wäre der Tag nicht so chaotisch gewesen und würde in meinem Magen kein Stein wegen Amy liegen, wäre das einer der Abende, die ich mit einer Decke auf dem Dach sitzen würde. Wahrscheinlich mit meiner kleinen Schwester zusammen.

Meine Stirn legt sich in Falten.

Was ist bloß los mit ihr? Und wo treibt sie sich rum? Mir war zwar klar, dass sie Geheimnisse hat und Freunde von denen wir nichts wissen, aber nie zuvor, ist sie einfach weggelaufen. Es ist ungewöhnlich für Amy so etwas zu tun. Warum bin ich nicht so stur gewesen wie sie und habe darauf bestanden sie zur Schule zu fahren? Vielleicht hätte ich etwas aus ihr herausgekriegt. Irgendetwas …

Das Smartphone in meiner Jackentasche beginnt zu vibrieren und zu klingeln, reißt mich aus meinen schuldigen Gedanken. Hastig wandern meine Finger zu dem kleinen Handy und mit kribbelnder Aufregung im Magen ziehe ich es hervor.

Amy, zeigt mir das Display an und offenbart ein altes Bild von ihr bei dem sie in eine große Pflaume beißt. Da hatte sie noch braune Haare.

Ich denke nicht nach und nehme das Gespräch an. Mein Kopf ist voll von Anschuldigungen, Entschuldigungen und Sorgen, die sich den Weg aus meinem Mund bahnen wollen.

»Wo in Gottes Namen bist du und was fällt dir ein, einfach abzuhauen? Weißt du, wie fertig Mum ist?!«, feuere ich los und springe von der Schaukel. »Du redest immer davon, dass du wie eine Erwachsene behandelt werden willst und ziehst dann sowas ab?!«

»Wow«, kommt es überrascht aus dem Hörer und perplex halte ich inne. »Ich hätte nicht gedacht, dass du deiner eigenen Schwester genau so Feuer unterm Hintern machst, wie manch anderen.«

Ich kenne diese Stimme irgendwoher. Doch ich telefoniere gerade garantiert nicht mit Amy.

Sofort kriecht Panik meinen Rücken hoch, klammert sich an meinen Nacken und ich spüre die Luft, die aus meinen Lungen weicht.

»Wer ist da?«, will ich wissen und kann nichts gegen die Angst tun, die in meinen Worten mitschwingt.

»Jetzt bin ich wirklich gekränkt«, dröhnt es leise lachend aus der Leitung. »Jones, ich hätte wirklich gedacht, dass ich ein wenig Eindruck bei dir hinterlassen habe.«

Der Groschen fällt.

Langsam, aber brutal kommt er auf dem Asphalt zu meinen Füßen auf.

»Paxton?!«, platzt es verwundert aus mir heraus.

»Ich dachte schon, ich müsste dir noch einen Hinweis geben«, witzelt er, doch ich ignoriere seinen Hohn und kann nur an meine kleine Schwester denken.

»Warum hast du Amy’s Handy? Wo ist sie?« Meine Worte werden von einem leisen Seufzer unterstrichen und mental bereite ich mich auf das Schlimmste vor.

»Die sitzt neben mir und kotzt ins Klo«, erklärt Paxton gelassen.

»Was? Woher…?« Doch ich unterbreche mich selber und massiere mir die Nasenwurzel. »Vergiss es. Sag mir einfach, wo ihr seid und ich komme sie abholen.«

»Du solltest ein wenig Wartezeit mitbringen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass sie noch ein wenig länger Kotzen muss«, werde ich von ihm gewarnt, ehe er mir die Adresse nennt und ich losstürme.

Ich habe Gran und Mum eine SMS geschrieben und gesagt, dass ich weiß wo Amy ist und mich um sie kümmern werde. Den kleinen Vermerk, dass sie nicht anrufen und ins Bett gehen sollen, haben beide zu Beginn geflissentlich ignoriert. Erst nachdem ich eine lautstarke Diskussion mit Mum geführt habe, bei der Gran im Hintergrund immer wieder etwas eingeworfen hat, haben die beiden aufgegeben. Mein Argument, dass ich vielleicht gerade besser mit ihr sprechen könnte, als Mum, mit der sie heute einen Streit hatte oder Gran, die nun doch etwas länger aus dem Alter raus ist, hat schließlich gezogen. Beide waren danach doch dezent beleidigt. Vor allem Gran und ich weiß, dass ich auf meinen geliebten Hackbraten nun eine Weile verzichten muss.

Ein leichter Seufzer entfährt mir bei dem Gedanken, während ich das Haus ansteuere, dessen Adresse Ryan Paxton mir genannt hat. Von außen wirkt es ziemlich edel und eine unangenehme Unsicherheit erfasst mich. Was wenn das alles bloß wieder ein dämlicher Streich ist, bei dem Amy mitgemacht hat, weil sie gerade so eine seltsame Phase hat?

Kritisch beäuge ich den ordentlichen Vorgarten und die hell erleuchteten Fenster, während ich näher komme. Keine Menschenseele ist vor dem Haus zu sehen, doch Musik und Stimmen sind zu vernehmen. Ratlos bleibe ich stehen und schaue zu den Silhouetten, die hinter den zugezogenen Vorhängen umherwandern.

Soll ich einfach klingeln?

Doch meine Frage wird je beantwortet, als ein kleines, kaum scheinbares Gartentor neben dem Gebäude geöffnet wird und ein paar Leute ins Freie treten. Ich beiße mir auf die Lippe, ziehe in betracht Amy anzurufen und aufzufordern herauszukommen, doch dann laufe ich schnell los und bewahre die Tür vorm Zufallen.

Es ist eine Studentenparty.

Das ist das Erste, was mir auffällt und es macht mich wütend. Wenn sie wirklich hier ist, möchte ich unbedingt erfahren, wie sie auf diese Feier gekommen ist. Und den Verantwortlichen werde ich mir auch noch zur Brust nehmen. Sechzehnjährige sollte man von  Einundzwanzigjährigen immerhin einigermaßen unterscheiden können.

Unterschwellig kochen meine Adern und ich ignoriere die neugierigen Blicke, die mich finden, als ich über die Terrasse laufe und das Gebäude betrete. Natürlich werden die Leute auf mich aufmerksam. Im Gegensatz zu den meisten Frauen, die hier herumlaufen, trage ich kein weit ausgeschnittenes Shirt oder ein kurzes Kleidchen. Ich stecke in einer alten Jeans, trage meinen verschlissenen schwarzen Boots und unter der Lederjacke ist nur ein grauer Kapuzenpulli zu sehen. Meine verschmierte Schminke und die Haare, die in einem Dutt stecken, deuten eher darauf hin, dass ich gerade aufgestanden bin. Mittlerweile habe ich es sogar aufgegeben die Locken, die sich gelöst haben, an ihre ursprüngliche Position irgendwo auf meinem Kopf zu stecken.

»Bist du hier richtig?«, werde ich von der Seite angesprochen und werfe dem Typen, der für den lahmen Spruch Lacher von seinen Freunden erntet, einen genervten Blick zu.

Gibt es einen Zeitpunkt zu dem Männer sowas wie Manieren erlenen? Oder bleiben die auf ewig kleine Kinder, die über Wörter wie Penis lachen?

Ein paar weitere Kommentare erreichen mich, denen ich nun jedoch keinerlei Beachtung mehr schenke. Stattdessen dränge ich mich durch den schmalen Flur, und versuche mich an die kurze Beschreibung von Paxton zu erinnern, der irgendwas von einer letzten Tür links am Ende des Flurs im Erdgeschoss gesagt hat. Oder war es rechts?

Unentschlossen bleibe ich zwischen den beiden letzten Türen des Ganges stehen. Ich würde einfach die Tür aufreißen, doch bei solchen Partys besteht immer die Wahrscheinlichkeit, etwas zu sehen, was ich nicht sehen möchte.

»Vergiss es. Das Klo ist seit fast einer Stunde besetzt«, sagt eine junge Frau zu mir, die an ihrem Strohhalm nuckelt und auf die linke Tür deutet. »Eigentlich hatte ich gehofft, dass der Typ noch mal rauskommt, aber scheinbar hat er jemand anderen gefunden«, erklärt sie etwas säuerlich und verdreht die Augen. Ich komme nicht zu einer Antwort, denn sie wirbelt herum, wobei ihre blonden langen Haare durch mein Gesicht streifen. Ich weiche verärgert ein Stück zurück und unterdrücke den Wunsch, ihr an den Strähnen zu ziehen.

Mit verärgertem Gesichtsausdruck steuere ich die versperrte Toilettentür an und hämmere dagegen.

»Amy? Bist du da drin?«, frage ich laut und will gerade mein Ohr gegen die Tür pressen, als sie aufgerissen wird und ich hereinstolpere. Darauf bin ich nicht vorbereitet, weswegen ich gegen irgendetwas Hartes pralle. Meine Finger kriegen schwarzen Stoff, und warme Haut zu fassen. Der Geruch von Waschmittel und frischem Gras steigt mir beim Luft holen in die Nase, wobei ein angenehmes Kribbeln über meinen Nacken zieht.

»Nicht so stürmisch«, nuschelt jemand belustigt, als ich aufschaue. Augen so blau wie das Meer starren von oben auf mich herab und seine Hände, die an meiner Hüfte liegen, werden mir plötzlich bewusst.

Ryan Paxton.

Ich liege gerade in Ryan Paxtons Armen.

»Na? Hast du mich schon vermisst?«, will er wissen, wobei seine Mundwinkel sich verziehen und ein schelmisches Funkeln in seine Augen tritt.

Als hätte mich eine Wespe gestochen, drücke ich mich von ihm weg und ein verärgertes Schnauben entfährt mir.

»Sehr lustig«, gebe ich grummelnd zurück. Währenddessen streift sein Blick über meine Klamotten und bleibt eine Sekunde zu lange an den Boots hängen.

Ich muss kein Kerl sein, um zu wissen, dass er mich gerade nur in Unterwäsche sieht und sich voll auf die Erinnerung einlässt.

Doch bevor ich einen weiteren Fluch loslassen kann, vernehme ich ein lautes Würgen aus der Ecke des Raumes. Ich schaue an dem großen Kerl vorbei, dessen Pullover eng an seinen Schultern sitzt und entdecke ein junges Mädchen, das sich an die Kloschüssel klammert, während sie erbricht.

Ich hatte mir zu Beginn ihres Verschwindens vorgenommen, ihr eine gewaltige Standpauke zu halten. Doch als ich sie dort sitzen sehe, in dem zerknitterten schwarzen Kleid, mit den Pumps und verschmiertem Make-up, verfliegt die Wut. Mitleid überfällt mich und ich dränge mich unwirsch an Paxton vorbei, starre auf die roten Haare, die jemand zu einem Zopf gebunden hat.

»Oh, Amy«, spreche ich sie leise an, nachdem sie ein letztes Mal in die Toilette gespuckt hat und sich mit zittrigen Händen über die Stirn fährt. Ich hocke mich neben sie. Dann wendet sie langsam den Kopf, sodass ich in ihre braunen Augen schauen kann, die halb geschlossen sind. Ihre Hautfarbe gleicht einer Kalkwand und Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn. »Hast du was genommen?«, will ich wissen und ignoriere den Geruch nach Erbrochenem.

»Ich glaube nicht. Dann sähe es wahrscheinlich noch etwas schlimmer aus«, unterstreicht Paxton das Kopfschütteln meiner kleinen Schwester.

Erleichtert stoße ich Luft aus und lehne mich zurück.

Immerhin etwas.

»Was mahst du hia?«, murmelt Amy plötzlich und keine Sekunde später beugt sie sich erneut über das Klo.

»Gib ihr noch so zehn Minuten. Dann sollte das Meiste raus sein«, vernehme ich Paxtons Stimme hinter mir.

Ich stehe auf und wende mich dem Footballer zu, der mit verschränkten Armen auf dem Badewannenrand sitzt und uns beide entspannt betrachtet. Es ist der Moment, in dem mir klar wird, dass er sich um meine Schwester gekümmert hat, statt sich auf dieser Party rumzutreiben. Und obwohl mir der Anstand oftmals fehlt, bringe ich ein Lächeln zustande.

»Danke, dass du dich um sie gekümmert hast«, sage ich zu dem Typen mit den schwarzen Haaren. »Und entschuldige, dass Sie dir den Abend bis jetzt geraubt hat. Ab hier kann ich wieder übernehmen.«

Seine Augenbrauen wandern ein Stück nach oben und er bewegt sich keinen Zentimeter. Ich runzle die Stirn, als er sich nicht bewegt und nur ein amüsiertes Lächeln diese hübschen Lippen umspielt.

Stopp.

Die sind nicht hübsch.

Es sind nur Lippen.

»Bist du mit dem Auto hier?«

»Nein…«, antworte ich langsam.

»Und wenn ich es richtig sehe, seid ihr beide ungefähr gleich groß?« Er nickt mit dem Kopf zu Amy, die erschöpft zur Seite sackt und den Hinterkopf an die kühlen Fliesen lehnt.

»Könnte sein«, stimme ich ihm skeptisch zu.

»Also möchtest du, dass ich dich mit einer jungen Frau, die sturzbetrunken ist, hohe Schuhe trägt, auf denen sie kaum laufen kann und dich damit um ein paar Zentimeter überragt, alleine mit dem Bus nach Hause fahren lasse? Obwohl du vor kurzem diese Gehirnerschütterung hattest und in manchen Bussen echt widerliche Kerle sitzen, die einen Scheiß darauf geben, ob die Frauen ja oder nein sagen?« Fragend wandern seine Brauen nach oben und diesmal bin ich diejenige, die ein wenig sprachlos ist.

»Ich kann ein Taxi rufen«, schlage ich schließlich vor.

»Vergiss es, Jones«, lehnt Paxton ab. »Es ist egal, was du von mir denkst, aber meine Mum hat mich nicht zum Arschloch erzogen – auch wenn einige das anders sehen«, erklärt er und ein grimmiger Ausdruck tritt auf das sonst so fröhliche Gesicht. »Ich werde euch nach Hause fahren.«

»Du musst nicht…«, setzte ich an.

»Ich weiß.«

Er hebt den Kopf, sodass unsere Blicke sich treffen. Es ist das erste Mal, dass ich kein Wort herausbringe, weil Verwunderung mich überrumpelt. Mein Mund bleibt ein Stück offen stehen und in mein Kopf ist seltsam leer gefegt, als er sich durch das Haar fährt und seine Augen zu meiner kleinen Schwester wandern. Mit gerunzelter Stirn öffnet er den Mund, um etwas zu sagen, wird jedoch unterbrochen.

»Verschinde Eve«, werde ich plötzlich von hinten angefahren. »Ud du Holzkloz kanst auh gehn.«

Amy steht schwankend neben dem Klo und wischt sich mit dem Arm über den Mund. Zornfunkelnd starrt sie mich und Paxton an, zieht dabei ihr Kleid zurecht, das ziemlich unvorteilhaft verrutscht ist. Ich bin versucht ihr Kleid zu richten, weil wir nicht unter uns sind, doch aus dem Augenwinkel erkenne ich, dass Paxton sich nicht darum schert, dass man fast ihre Unterwäsche sieht.

Das seltsame Gefühl von Dankbarkeit steigt in mir auf und eine Sekunde vergesse ich, dass Amy uns angepöbelt hat und betrunken ist.

»Also ein Holzkopf bin ich nun wirklich nicht. Vielleicht ein Trottel und Charmeur, aber…«

»Gott, ich glaube, jetzt muss ich mich übergeben«, unterbreche ich Paxton, dessen Lippen zu einem Grinsen verzogen sind.

»Die Toilette ist ja nicht weit.« Mit einer kurzen Handbewegung deutet er auf die Schüssel in der noch das Erbrochene meiner Schwester liegt.

»Haut eihnfach ab und lasst mih zua Feia«, lallt Amy macht einen wankenden Schritt nach vorne, der sich in einen Fall wandelt. Gleichzeitig springen Paxton und ich nach vorne und greifen ihr unter die Arme. Meine kleine, zarte Schwester verwandelt sich in eine Tonne Sand und ich gebe ein Schnauben von mir, während ich meinen Arm um ihre Hüfte lege.

»Last mih loos«, brummt das Elend und versucht kraftlos um sich zu schlagen.

»Entspann dich, Hulk. Du hast für heute genug gehabt«, lacht Ryan, während er Amy aufstellt, als würde sie nichts wiegen.

»Main Name is Amy«, faucht sie und stiert ihn böse an.

»Tja, Amy. Dann glaube ich, dass wir jetzt eine ziemlich spaßige Heimfahrt haben werden.«

»Ih will nicht gehn«, zischt sie und versucht sich aus seinem Griff zu winden, doch irgendwie schafft Paxton es, ihren kleinen Fäusten auszuweichen und sie nicht loszulassen.

»Du hast jedenfalls das Temperament deiner Schwester«, stellt er kopfschüttelnd fest, nachdem sie erschöpft die Arme hängen lässt und gegen seine Brust fällt.

»Das liegt auch in der Familie«, gestehe ich und kann eine gewisse Scham nicht unterdrücken bei dem Anblick, der sich mir bietet. Zwar habe ich schon einige Abstürze miterlebt, doch solche Wutanfälle treiben diese auf ein neues Niveau der Peinlichkeit. Jede Dreijährige hat mehr Selbstbeherrschung, als meine kleine Schwester.

»Wollen wir?«, will Paxton wissen, ignoriert meine fluchende Schwester und schaut mich fragend an. Wie kann er so gelassen bleiben?

»Ja«, stimme ich zu und öffne die Tür zum Flur, während tausend Fragen durch meinen Kopf jagen. Neunundneunzig Prozent davon befassen sich mit Amy. Doch der eine kleine letzte Teil, schwirrt zu Ryan Paxton, der gerade meine Schwester stützt und das Bad verlässt.

Warum ist er so nett? Sowas macht er doch bestimmt nicht einfach so.

Oder?

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