31. Evelyn

Das Training zieht dahin und ich habe es hinbekommen den Kopf auszuschalten. Es ist mir völlig egal, wie das funktioniert hat, ich bin nur glücklich, dass jeder seltsame und beängstigende Gedanke in den Hintergrund gerückt ist. Ich erkläre Sachen, nehme die kleinen dämlichen Andeutungen von Ryan hin und schieße zurück, was Dean und David ziemlich amüsiert. Wir lachen und ich fühle mich seltsam leicht dabei. Es macht mir Spaß den drei Typen das beizubringen, die teilweise etwas überfordert sind und mein Herz flattert jedes Mal ein wenig, wenn ich Ryans Hände an meiner Hüfte spüre.

Das ist nicht gut, aber es ist besser, als kotzend auf dem Klo zu hängen.

Die Minuten verfliegen und ehe ich mich versehe, stehe ich in der Umkleide und ziehe mich um. Zoes leicht verärgerte Blicke entgehen mir nicht, als sie sich neben mir umzieht. Ich versuche, nicht darauf zu reagieren und unterhalte mich stattdessen mit Emily, die ganz begeistert davon ist, was die Footballer auf die Reihe bekommen haben. Sie ist völlig aufgedreht und ich merke, wie wild sie bereits auf das nächste Training ist, als sie sich freudig verabschiedet und mit ein paar anderen beinah hüpfend den Raum verlässt.

Jetzt bin ich mit Zoe alleine.

Ich weiß, dass sie sich wesentlich mehr Zeit gelassen hat beim Umziehen, als sonst. Normalerweise ist Zoe eine der Ersten, die fertig sind.

»Also? Was ist los?«, durchbreche ich die Stille, während sie sich in Seelenruhe die Schuhe zubindet. Sie hält inne, schaut zu mir hoch, wobei sich leichte Falten auf der Stirn bilden. Ich stemme abwartend die Hände gegen die Hüften und ziehe die Augenbrauen hoch. Noch bin ich stark genug für ein Gespräch mit Zoe.

»Was ist das für ein komisches Ding mit dir und Paxton?«

»Ein komisches Ding?«, wiederhole ich langsam und unterdrücke ein Stöhnen.

»Ja, und erzähl mir nicht die Geschichte, die du allen anderen erzählst. Ich glaube nämlich nicht, dass du dauernd mit ihm unterwegs bist, um einen guten Eindruck bei Mr. Thompson zu machen.«

Ich presse die Lippen zusammen. Natürlich hat sie es nicht geglaubt. Immerhin ist das Zoe und wir kennen uns lang genug, um zu wissen, wenn der andere lügt.

»Sophia versteht das auch nicht. Sie hat ein paar Mal gesehen, wie du bei ihm aus dem Wagen gestiegen bist.«

Teer überzieht meinen Magen, als ich den wütenden Blick von ihr standhalten muss. Langsam zieht die Masse sich durch meine Venen und lässt eine unangenehme Schwere zurück. Ich kann Zoe jetzt eine weitere Lüge auftischen, die sie nicht glauben würde. Oder ich sage ihr die Wahrheit.

»Da läuft nichts zwischen uns, falls du das meinst«, sage ich schließlich.

»Und warum fährst du dann bei ihm mit?«

Ich schließe die Augen, als eine Welle der Traurigkeit mich überkommt.

»Das ist kompliziert, Zoe«, gestehe ich. »Ich würde es dir gerne erklären, aber das ist nicht so einfach.« Ich kann nichts gegen das Flehen tun, das in meiner Stimme ist. Eigentlich hatte ich es weglassen wollen, doch es hat sich alleine dort ausgebreitet. Meine Fingernägel bohren sich in die Haut und ich muss einige Male blinzeln, um die aufsteigenden Tränen zu verbreiten. Währenddessen ruht ihr Blick auf mir und ich weiß, dass ich nicht mehr so selbstsicher aussehe wie eben noch auf der Matte. Es ist still um uns herum, von draußen Tönen die letzten Stimmen von Footballern und ansonsten ist nur mein hektischer Atem zu vernehmen.

»Dir geht’s nicht gut.«

Ich will doch schreien, aber es kommt nicht über meine Lippen.

»Nein, nicht wirklich«, kommt es stattdessen über meine Lippen.

Zoe will etwas sagen. Ich kann es in ihrem Blick sehen, doch ihre Worte gefallen ihr nicht. Auf ihrer Nase bilden sich kleine Falten, als sie nachdenkt und mich dabei Messerscharf betrachtet.

»Er weiß was los ist?«

»Nein.«

Meine Antwort irritiert sie.

Würde sie mich auch.

»Aber er kümmert sich um dich?«

Gott. Das klingt, als wäre ich ein Kleinkind, auf das man ein Auge haben muss.

»Ja, irgendwie.«

Dann wird es wieder leise zwischen uns. Sie bewegt sie nicht, bis ein Lächeln auf ihre Lippen tritt, das etwas wehmütiges an sich hat. Sie stößt hart Luft aus, greift nach ihrer Tasche, hängt sie sich wortlos über die Schulter und geht.

Jetzt bin ich verwirrt.

Ich drehe mich auf der Stelle, kann nichts gegen die Furchen tun, die sich auf meiner Stirn bilden, als Zoe kurz vor der Tür anhält und sich umdreht.

»Zwischen mir und Miles ist nichts passiert. Das kannst du Ryan auch sagen und da wird auch nichts laufen – Ehrenwort. Und sollte der verrückte Fall eintreten, dass Paxton scheiße zu dir ist und du keine passende Antwort hast, sag was. Dann stutze ich ihm kurz den Kopf zurecht.«

Am liebsten würde ich ihr um den Hals fallen, aber mein Kopf protestiert, genau wie meine Stimmbänder. Ich halte die Tränen zurück, die sich meinen Hals hinaufschleichen und bringe ein hektisches Nicken zustande, das sich mit einem Lächeln mischt und mich leicht Irre aussehen lassen muss.

»Dann bis morgen, Eve«, verabschiedet Zoe sich jetzt mit einem viel breiteren Grinsen, das den Teer aus meinen Venen zieht.

Die Tür schlägt zu und dann bin ich alleine.

Einen Wimpernschlag fühle ich mich leichter und dieser Wimpernschlag ist fantastisch.

Doch dann prescht die Realität mir ins Gesicht, wie eisige Gischt.

Ich bin alleine.

In einer Umkleide.

Abends.

Plötzlich vernehme ich Geräusche, die bis eben nicht da gewesen sind. Das Blut beginnt in meinen Ohren zu Rauschen, als das Adrenalin durch meinen Körper schießt.

Flucht.

Das ist das Einzige, das mich kontrolliert.

Ich bekomme mit schwitzigen Händen die Tasche zu fassen, dann stürme ich aus dem Raum auf den Gang, der nur noch spärlich beleuchtet ist. Ich wage es nicht, in die andere Richtung zu blicken, aus Angst etwas zu sehen, was mich erstarren lässt. Meine Muskeln sich zum Zerreißen gespannt und mein Keuchen schallt an den harten Ziegeln wieder, die die Wand zieren. Die Welt wird zu einem Tunnel und ich kann die Tür sehen, die nach draußen führt.

Nur weiß ich nicht, ob es da draußen besser ist.

Dort empfängt mich nur eisige Dunkelheit.

Kurz will ich anhalten, doch bevor ich dem nachgeben kann, drücke ich die Tür nach außen auf und lande in dem schummrigen Licht einer Lampe.

Meine Kehle schnürt sich zu.

Eine Panikattacke wird mich jede Sekunde überrollen, während ich alleine vor der Turnhalle stehe, deren Parkplatz leer ist.

Zittrig hole ich Luft, mache einen Schritt nach vorne, als mich etwas am Arm berührt. Das Blut gefriert mir in den Adern, ein stummer Schrei entfährt mir und ich fahre ruckartig herum. Meine Fäuste durch die Luft, versuchen das zu treffen, was mich angreift.

»Ich bin’s!«, sagt eine sanfte Stimme und warme Hände legen sich beruhigend um mein Handgelenk. Ich hole japsend Luft, als sich mein Blick klärt und ich das vertraute Gesicht von Ryan im Licht erkenne. »Bin nur ich«, wiederholt er.

Diese drei Worte reichen, um der aufsteigenden Panikattacke die Luft zu nehmen.

»Scheiße, ist da drin was passiert?« Ryan lässt mich nicht los, als er über die Schulter zu der Tür schaut, aus der ich gerade gestürmt bin.

War ich jemals so verflucht glücklich ihn zu sehen?

»Nein, schon gut«, bringe ich atemlos hervor und unterdrücke den Drang, ihm um den Hals zu fallen.

»Sorry, ich hätte dir sagen sollen, dass ich auf dich warte.« Ein verärgerter Ausdruck huscht über sein Gesicht, wobei er meine panisch, weit aufgerissenen Augen betrachtet.

»Du hast auf mich gewartet? Warum?«

Meine Stimme klingt zu normal für das, was mir eben durch den Kopf gegangen ist.

»Weil ich dich nicht mit dem Auto nach Hause fahren lasse«, erklärt er bestimmend.

Ich könnte protestieren, so wie ich es meistens im ersten Moment tue und ich habe auch den Mund schon aufgerissen, als etwas in mir kapituliert. Meine Schultern geben etwas nach und ich versuche nicht, die Verwirrung überhandnehmen zu lassen, als ich bemerke, das ich klein beigebe. Ich kann ihm ansehen, dass er sich für meinen Protest wappnet, doch heute wird er nicht kommen.

»Okay«, stimme ich zu, versuche, die Schwäche mir nicht zu sehr anhören zu lassen.

»Okay?«

Ich nicke, als ich seine Mundwinkel überrascht nach oben ziehen.

»Du lässt mich dich einfach so nach Hause bringen.«

»War nicht so mein Tag. Da kommt’s auf die letzte Quälerei auch nicht mehr an«, erkläre ich schulterzuckend. Seine Braunen wandern in dem wenigen Licht nach oben, während seine eine Gesichtshälfte fast vollständig in der Dunkelheit verschwindet. Wahrscheinlich wäre das ein ziemlich eindrucksvolles Bild, wenn man ihn so fotografieren würde.

»Mein Wagen steht da hinten«, sagt er mit einem kurzen Nicken in die Richtung die Dunkelheit.

Ich schlucke schwer und will die Tasche etwas höher ziehen, weil sie droht mir von der Schulter zu rutschen, als das Gewicht verschwindet. Der schmale Träger ist noch in meiner Hand, als ich sehe, dass Ryan die Tasche entspannt in der Hand hält, während er seine eigene umgehängt hat.

»Du brauchst nicht…«

»Ich will nur nicht wegen unterlassener Hilfestellung verklagt werden«, grinst er und geht langsam los. Er sieht nicht, wie ich die Augen verdrehe, ehe ich ihm leise folge und enger als sonst neben ihm laufe. Ich bin versucht den Parkplatz abzusuchen, obwohl mir klar ist, dass ich bei der Dunkelheit nicht viel sehen würde. Nur schallen mir Amys Worte bedrohlich im Ohr, was mich dazu verleitet stumm in den Wagen zu steigen, während Ryan die Taschen auf den Rücksitz schmeißt.

»Wenn du willst, sorge ich später dafür, dass dein Auto nach Hause kommt«, sagt er, kaum dass er eingestiegen ist und den Motor gestartet hat.

»Das ist nicht nötig. Ich fahre einfach mit dem Bus und…«

»Du fährst nicht mit dem Bus, Jones.«

»Ich bin kein kleines Kind, Paxton«, halte ich leicht verärgert dagegen.

»Das ist mir durchaus bewusst.«

Ich atme langsam aus und lehne den Kopf nach hinten. Meine Augenlider fühlen sich schwer an und eine Müdigkeit hängt mir in den Knochen, die nichts mit körperlicher Anstrengung zutun hat. Warum muss psychischer Stress nur so eine extreme Wirkung auf den Körper haben? Wäre es nicht genug, wenn nur der Geist oder der Kopf betroffen ist? Das ist meiner Meinung nach schon anstrengend genug.

»Tut mir leid.«

Wie bitte?

Schlagartig ist die Müdigkeit in den Hintergrund gewichen und ich betrachte Ryans Profil. Sein Blick ist starr auf die Straße gerichtet und sein Kiefer ist seltsam angespannt. Worüber macht er sich denn jetzt so einen Kopf?

»Entschuldigst du dich gerade?«, will ich wissen, wobei die Erinnerungen von meiner seltsamen Flucht aus der Umkleide im Nirwana verschwinden.

»Ja. Ich sollte…«

»Hör auf«, unterbreche ich ihn, woraufhin er einen kurzen Seitenblick zu mir wirft. »Es gibt wirklich nichts, für das du dich auch nur im Ansatz entschuldigen müsstest.«

Seine Hände umklammern das Lenkrad etwas fester. Die Ampel vor uns springt von Rot auf grün und beleuchtet sein Profil. Der Motor heult auf, als er aufs Gas tritt. Seine Gesichtszüge wirken in dem Licht härter als sonst. Bis zu dem Moment, in dem sein Mundwinkel verdächtig zuckt.

»Ich muss mich also auch nicht für die Gänse entschuldigen?«

»Das habe ich nicht gemeint und das weißt du«, gebe ich ermahnend zurück und schaue aus dem Fenster, um mein Lächeln wenigstens vor ihm zu verbergen.

»Dann ist deine Aussage aber nicht korrekt gewesen.«

»Willst du jetzt einen auf Klugscheißer machen?«

»Eventuell. Vielleicht hole ich mir noch eine Brille, eine Fliege und setzte mich dann immer in die erste Reihe.«

»Das ist ein Bild, das ich mir nicht vorstellen kann«, lache ich.

»Was für Bilder von mir kannst du dir den vorstellen?« Trotz der Belustigung, die in den Worten hängt, höre ich noch etwas anderes, was zu einem Ziehen in meinem Magen führt. Ich drücke die Bilder von Paxton und seltsamen Gedanken bei denen wenig Klamotten im Spiel sind, in den Hintergrund und bete, dass er nicht sieht, wie ich heute ein weiteres Mal knallrot anlaufe.

»Frauenkleider«, presse ich hervor, versuche, die Kontrolle über das Kribbeln zu behalten.

»Frauenkleider?!«, kommt es lachend von Ryan. »Wenn ich die anziehen würde, würde ich euch allen ja die Show stehlen!«

»Das wirst du mir irgendwann beweisen müssen.«

»Das machen wir an Halloween. Dann könnt ihr euch wenigstens als sexy Zombie verkleiden, damit ihr neben mir nicht ganz untergeht.«

»Deal.«

Der Wagen stoppt und ich hebe ein wenig trotzig das Kinn, als er den Kopf zu mir dreht, wobei diese Lippen zu einem ziemlich heißen Grinsen verzogen sind.

»Gut. Ich als Frau und du als sexy Zombie.«

»Ich werde dich dran erinnern«, warne ich.

»Ich dich auch.« Plötzlich wandern seine Augen eine lange Sekunde über meinen Körper. Von der engen Leggins zu der offenen Jacke, die nicht den Ausschnitt, des T-Shirts verbirgt, mit dem ich heute trainiert habe. Bisher kam mir das Shirt nie so freizügig vor, aber als seine Augen darüber wandern, habe ich das Gefühl fast nackt zu sein.

»Ich bring dich noch zur Tür«, reißt Ryan die Situation auseinander, ehe ich meine Stimme ganz verliere und nicht weiß, was ich mit meinen Händen tun soll.

Er steigt so schnell aus dem Wagen, dass ich keine Chance habe ein Widerwort zu geben. Daher lasse ich es kopfschüttelnd zu und schlage die Autotür hinter mir zu. Es ist windstill heute Abend und etwas wärmer als die letzten Tage. Dennoch vergrabe ich die Hände in der Jackentasche, als ich sehe, dass er wie selbstverständlich meine Tasche aus dem Wagen holt und zu mir geht. Er wird sie mir nicht geben. Egal wie sehr ich bettle.

Ich lasse es geschehen und gehe dicht neben ihm über die harten Betonplatten, die zur Haustür führen, vor der etwas liegt.

»Legt euer Paketbote die Lieferung immer vor der Haustür ab?«, will Ryan wissen, als wir näher kommen.

»Nein, eigentlich nicht«, sage ich langsam.

Es ist kein Paket.

Vor unserer Haustür steht ein kleiner gewebter Korb mit Muffins. Er ist mit einer durchsichtigen Folie und Geschenkpapier umwickelt und ich würde mir nichts weiter dabei denken, wenn dort nicht Rosen wären, die an dem Henkel befestigt sind.

Drei rote Rosen.

Mein Magen dreht sich bedrohlich um und ich erstarre.

»Das ist für dich«, kommt es verwundert von Ryan, der auf einen kleinen Zettel deutet, der zwischen dem Gebäck steckt.

Nein.

Bitte lass das nicht passieren.

Meine Lungen werden zusammengedrückt, als würde ein Berg sich über meine Brust schieben. Schwarze Punkte flackern vor meinen Augen, als ich mich bücke, um nach dem Korb zu greifen. Neben mir sagt Ryan etwas, doch das Blut, das durch meinen Körper saust, verursacht ein Rauschen, das keine anderen Geräusche zulässt.

Irgendwie bekomme ich es hin den Schlüssel aus meiner Tasche zu ziehen und nach drei Versuchen die Haustür zu öffnen. Das Blut ist aus meinem Kopf verschwunden, hat sich zu meinem Herz bewegt um es zu einer neuen Höchstleistung zu bewegen.

Ich taumel nach drinnen, höre meinen Namen, aber ich kann nicht reagieren.

Es passiert wirklich.

Das war nicht nur das eine Mal.

Es fängt an – schon wieder.

Bei der Erkenntnis protestiert mein Magen ein weiteres Mal und der Korb mit den Muffins gleitet mir aus der Hand. Übelkeit überkommt mich wie eine Sturmflut. Meine Beine schaffen es mich irgendwie zur Gästetoilette zu tragen, die direkt neben der Haustür ist. Ich versuche Luft zu holen, doch die Angst schnürt meine Kehle zu, als meine Beine nachgeben. Starke Arme bewahren meine Knie vor einem harten Aufprall auf den Fliesen, ehe mein Magen sich zusammenzieht und Galle in der Kloschüssel landet. Ein leiser Fluch mischt sich unter meine Würgegeräusche, wobei nichts mehr aus meinem Magen kommt, weil er bereits leer ist.

Ich habe es gewusst. Ich habe die ganze verdammte Zeit gewusst, dass dieser Moment kommen würde.

Ein bitteres Lächeln schiebt sich auf mein Gesicht, als ich mich nach hinten sacken lasse und den Kopf gegen die kalten Fliesen lehne.

»Evelyn? Alles okay?«

Ich öffne die Augen, schaue zu Ryan, der vor mir hockt und aussieht, als hätte er ein Gespenst gesehen.

Ja, ich könnte jetzt lügen.

Aber es gibt zwei Dinge, die mich davon abhalten.

  1. Ich habe keine Kraft mehr dazu.
  2. Ryan hat verdient, es zu wissen.

»Nein, es ist gar nichts okay«, gebe ich traurig zu und bin erleichtert, dass die Panikattacke nicht kommt, obwohl es sich bis eben so angefühlt hat. Vielleicht, weil ich die ganze Zeit wusste, dass dieser Moment kommen würde? Und vielleicht auch, weil ich diesmal nicht alleine bin, sondern jemanden dabei habe, der mich beschützen kann.

»Jemand ist hinter mir her«, sage ich leise und schaue Ryan in die Augen, die mir wie ein Ruhepol erscheinen, obwohl Verwirrung aus ihnen schreit.

»Was meinst du damit?«, will er vorsichtig wissen, bewegt sich keinen Zentimeter.

»Jemand verfolgt mich und ich habe keinen blassen Schimmer, wer es ist.«

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